Politik der Digitalisierung
Die digitale Transformation ist ein evolutionärer Prozess, der durch Technik, aber auch soziale Normen, Politik und Machtkonflikte koproduziert wird. Die WZB-Forschungsgruppe „Politik der Digitalisierung“ untersuchte bis Sommer 2026, wie dieses konfliktreiche und dynamische Zusammenspiel digitale Gesellschaften formt.
Das Forschungsprogramm der Gruppe analysierte Digitalisierung im Zusammenhang mit der Entwicklung von Demokratie, Staatlichkeit und Regulierung. Im Zentrum des Interesses standen:
- sich verändernde Formen politischer Selbstbestimmung in Zeiten der digitalen Transformation
- Desinformation und demokratische Erosion
- digitale Souveränität und digitale Geopolitik
- künstliche Intelligenz und die Fähigkeit zu effektivem Regieren
- sich verändernde und neu entstehende Regulierungsparadigmen im öffentlichen und privaten Sektor, z.B. in Bezug auf digitale Plattformen
- Praktiken und Grenzen der Überwachung in demokratischen Gesellschaften
- Digitalisierung des Staates und der öffentlichen Verwaltung
Die Forschungsgruppe stützte sich auf qualitative und quantitative Methoden sowie auf Ansätze aus der Politik- und Rechtswissenschaft, Soziologie, Kommunikations- und Medienwissenschaft und Regulierungsforschung. Ihr Schwerpunkt lag auf Europa, reichte aber auch darüber hinaus und befasste sich mit nationalen wie auch transnationalen Dynamiken.
Die WZB-Forschungsgruppe trug maßgeblich zur Gründung des Weizenbaum-Instituts bei. Ein Teil der ehemaligen WissenschaftlerInnen von Poldi ist am Weizenbaum-Institut in der dort angesiedelten Gruppe Technik, Macht und Herrschaft beschäftigt.
Neben der Zusammenarbeit mit mehreren WZB-Einheiten war die Gruppe durch gemeinsame Publikationen, akademische Veranstaltungen und eine gemeinsame Leitung auch mit dem Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) eng verbunden.
Die aktuell laufenden Forschungsprojekte werden im Rahmen der Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion fortgesetzt.